→ Milestone 1
Voltfang GmbH – M2
✲ 29 März 2026
Im Hinblick auf die Umsetzung des Energiespeicherkonzepts wurden erste Überlegungen hinsichtlich der Umsetzbarkeit als integrativer Bestandteil des Bühnenkonzeptes untersucht. In ersten Überlegungen konnten wesentliche praktische und regulatorische Rahmenbedingungen ermittelt und in Bezug auf das Gesamtkonzept gemeinschaftlich im Konsortium diskutiert werden. Im Hinblick auf die unmittelbare Integration von Batteriemodulen in die Bühnengestaltung, beispielsweise durch die Unterbringung im Fuß eines Rotorflügels oder durch Umsetzung als statisches Gegengewicht, bestehen Bedenken im Hinblick auf Wartungs- und Brandschutzanforderungen. Aufgrund der vorhandenen Hürden sollte in zukünftigen Betrachtungen auch die Realisierung des Energiespeichers als
separate, relativ konventionell gestaltete Einheit ohne weiterführenden funktionalen Nutzen in Betracht gezogen werden, da eine strukturelle Integration in das Bühnenkonzept ggf. aus rechtlicher Sicht nur schwer umsetzbar und in der Ausführung mit hohen ökonomischen Mehrkosten verbunden wäre. Im Zuge des weiteren Projektverlaufs gilt es diesen Zusammenhang in weiterführenden Machbarkeitsstudien näher zu erforschen.
→ Milestone 1
OX2 Architekten – M2
✲
Das übergeordnete architektonische Ziel der Neuschöpfung power*stage sollte idealerweise sein, die Beziehung und Bedeutung der menschengemachten Umwelt für unser
gegenwärtiges Sein und Handeln zu erkennen.
Für das architektonische Konzept der power*stage mussten von OX2 zunächst konstruktive,
funktionale und gestalterische Rahmenbedingungen erörtert, sowie eine Analyse im Sinne der klassischen Gebäudelehre durchgeführt werden. Drei Themenfelder wurden definiert: Architektur, Ort und Gesellschaft. Sie stehen in Wechselwirkungen zueinander, die Resonanzräume aufspannen: Der Resonanzraum zwischen Architektur und Ort wurde mit „Funktion“ benannt, zwischen Architektur und Gesellschaft mit „Nutzen“ und zwischen Ort und Gesellschaft mit
„Mission“ bezeichnet.
Diese Resonanzräume zu verstehen und zu beschreiben ist für ein dergestalt neuartiges,
emergentes Phänomen, wie die power*stage, essenziell, da die Architektur der power*stage
keine von der gesellschaftlichen Entwicklung und den örtlichen Gegebenheiten losgelöste
Sphäre sein kann. Die Resonanzräume erzeugen spezifische Fragestellungen, die dieses
Forschungsprojekt erfolgreich beantworten muss.
Unter „Funktion“ werden rein praktische und physikalische Eigenschaften, die die power*stage haben soll, verstanden. Sie ist von den kontextuellen Vorgaben des Ortes abhängig und steht im Wirkungsbezug der Architektur, die den Ort verändert bzw. Funktionen stiftet. Der Umgang mit dem natürlichen Licht, Zeitenlauf, Witterungseinflüssen und Infrastruktur beeinflussen die „Funktion“ der power*stage und wurden untersucht.
→ Milestone 1
Voltfang GmbH – M1
✲ 04 Dez. 2025
Konzeption und technische Rahmensetzung des elektrischen Energiesystems durch die Voltfang GmbH
Im Rahmen des ersten Meilensteins fokussierte sich die Voltfang GmbH auf die Erarbeitung eines initialen Lasten- und Pflichtenhefts für das elektrische Energiesystem der Powerblade Stage. Ziel war die Systematisierung der technischen Anforderungen als grundlegende Orientierung für die spätere Bühnenkonzeption.
Eine zentrale Aufgabe war die Dimensionierung des Bühnenkonzepts in Kooperation mit dem Jakobshof Aachen, insbesondere die Ableitung des Energiebedarfs. Basierend auf einer Analyse historischer Verbrauchsdaten ähnlicher Veranstaltungen ermittelte das Konsortium einen Spitzenleistungsbedarf von etwa 220 kWp. Zuzüglich Annahmen zur typischen Auslastung und Veranstaltungsdauer ergab sich ein erwarteter Tagesenergiebedarf zwischen 440 kWh und 660 kWh sowie ein exemplarischer Wochenbedarf von circa 1.200 kWh bei zwei Veranstaltungen pro Woche. Diese Größenordnung diente als Referenzrahmen für sämtliche weiterführenden Simulationen und Konzeptentwicklungen.
Zur Berücksichtigung unterschiedlicher Autarkiegrade wurden auf dieser Grundlage drei Szenarien hinsichtlich der erforderlichen Solarleistung entwickelt und simuliert. Diese Szenarien informierten über die erforderliche Netzanschlussleistung sowie die potenzielle Solarfläche, die gegebenenfalls als integraler Bestandteil im Bühnenkonzept realisiert werden muss.
Zusätzlich wurden im Konsortium erste Machbarkeitsstudien zur Integration von Lithium-Ionen-Batterien als Energiespeicher durchgeführt. Es zeigte sich, dass insbesondere regulatorische und sicherheitstechnische Anforderungen – darunter Brandschutz und Wartbarkeit – die unmittelbare Einbindung der Batteriemodule in die Rotorblattstruktur erschweren könnten. Als Alternative wird die Realisierung eines separaten, konventionell gestalteten Energiespeicher-Elements in Betracht gezogen, um ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen besser erfüllen zu können.
Die Voltfang GmbH etablierte zur kontinuierlichen Abstimmung der Konsortialpartner einen wöchentlichen virtuellen Regeltermin, ergänzt durch zwei Präsenzprojekttreffen und öffentliche Projektpräsentationen. Diese Kommunikationsstruktur sicherte eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Konzepte und bescherte eine breite Wahrnehmung des Projekts in Wissenschaft und Öffentlichkeit, etwa im Rahmen des KIMIKO Festivals sowie durch begleitende Ausstellungen in Aachen und Darmstadt.
Abschließend stellt die Konzeptarbeit durch Voltfang eine fundamentale Systembasis für das elektrische Energiesystem der Powerblade Stage dar. Die gewonnenen Erkenntnisse und Szenarien bieten eine solide Planungsgrundlage, die flexibel an die Weiterentwicklung der Bühnenarchitektur und Veranstaltungsformate angepasst werden kann.
→ Milestone 1
FB Architektur Hochschule Darmstadt – M1
✲
Forschung, Entwurfsstudien und technische Grundlagen an der Hochschule Darmstadt
Im ersten Meilenstein des Projekts „power*stage“ legte die Hochschule Darmstadt mit ihrem Fachbereich Architektur und Maschinenbau den Grundstein für die architektonische Konzeption und mechanische Auslegung der Rotorblatt-Bühne. Die interdisziplinäre Forschung verbindet technische Innovation, nachhaltige Materialnutzung und architektonisches Design zu einem zukunftsorientierten Gesamtkonzept.
Die Arbeitsgruppen entwickelten zunächst detaillierte Entwurfsstudien und 3D-Visualisierungen der modularen Bühne, bei denen die wiederverwendeten Rotorblätter als tragende Elemente eine zentrale Rolle spielten. Parallel wurden umfangreiche Analysen zu den mechanischen Belastungen und Verformungen der Rotorblätter als Biegebalken durchgeführt, um die strukturelle Sicherheit und Tragfähigkeit unter realen Einsatzbedingungen exakt zu modellieren. Hierfür wurden MATLAB-Programme sowie FEM-Simulationen mit ANSYS eingesetzt, welche Verformungen, Spannungen und Schnittkräfte detailliert berechnen.
Im Zuge der Forschung entstand ein Kriterienkatalog zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Veranstaltungsorten und -formaten, der auf internationalen Standards sowie praktischen Pilotanwendungen basiert. Dieser Katalog wird zukünftig die orts- und nutzungsbezogene Planung der Bühne und ihrer rotationstechnischen Einbindung in NRW unterstützen.
Ein besonders sichtbarer Beitrag war die Entwicklung und Umsetzung von Kommunikations- und Ausstellungskonzepten, u.a. im Ludwigforum Aachen und an der Hochschule Darmstadt, welche das Thema Rotorblatt als zentrales Gestaltungselement inszenieren und so die technische Forschung einem breiten Publikum zugänglich machen.
Abschließend wurde die enge Zusammenarbeit mit dem Maschinenbau genutzt, um die theoretischen Modelle kontinuierlich mit praktischen Anforderungen und Ergebnissen der Partner (Jakobshof, Voltfang, OX2 Architekten) abzustimmen. So ist eine fundierte, interdisziplinäre Basis geschaffen, die den Weg zu einem sicheren und nachhaltigen Entwurf der Powerblade Stage ebnet.
→ Milestone 1
Jakobshof Aachen Südstadtkultur e.V. – M1
✲ 04 März 2025
Technische Grundlagen und Forschungsbedarfe der power*stage
Der erste Meilenstein des Jakobshofes beschreibt die wissenschaftlich fundierte Vorbereitung einer zirkulären Festivalbühne, die technische, städtebauliche und soziale Anforderungen zusammenführt.
Ausgangslage und Zielsetzung
Im ersten Arbeitspaket hat der Jakobshof Aachen – Südstadtkultur e.V. seine Festival- und Produktionskompetenz genutzt, um Anforderungen an eine Freiluftbühne der Zukunft systematisch zu erfassen. Ziel war, aus der Praxis heraus belastbare Parameter für eine aus Rotorblättern konstruierte Bühne zu definieren, die sowohl für Kulturveranstaltungen als auch für Forschungs- und Vermittlungsformate geeignet ist.
Technische Bedarfe und Energieprofile
Auf Basis realer Festivalsettings (u.a. KIMIKO Mainstage) wurden durch das technische Fachpersonal des Jakobshofes mehrere Modelle für den Energiebedarf von Bühnenbetrieb mit rund 5.000 Besucherinnen und Besuchern entwickelt. Die Analysen zeigen, dass der Stromverbrauch der Bühnentechnik (Licht, Ton, Video) je nach Szenario im Bereich von ungefähr 300 bis 800 kWh pro Veranstaltungstag liegt und Leistungsspitzen durch Sicherheitsreserven bei der Stromplanung berücksichtigt werden müssen. Daraus resultieren Anforderungen an die elektrische Erschließung der Stage mit etwa 5–6 Anschlusspunkten à 40 kW, an die Integration von Folien-PV (ca. 1.500 m², potenziell rund 110 kWh/Tag) sowie an Speichersysteme und deren brandschutzgerechte Unterbringung außerhalb der Rotorblattstruktur.
Städtebau, Standort und Infrastruktur
Parallel wurden städtebauliche und infrastrukturelle Rahmenbedingungen untersucht, um die Powerblade Stage in unterschiedliche Landschafts- und Stadträume einbetten zu können. Aus den Recherchen zu Festivals in Europa entstand ein Kriterienraster, das u.a. Flächengrößen (ca. 20.000–40.000 m²), bestehende Infrastruktur (Strom, Wasser, Zufahrten), Potenziale für erneuerbare Energien, Erreichbarkeit mit ÖPNV, Fahrradfreundlichkeit und Nutzung postindustrieller Flächen adressiert. Damit wird die Frage „Wann ist ein Festival ein gutes Festival?“ bewusst auf die Schnittstelle von Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Konstruktion erweitert und in belastbare Standort- und Planungskriterien übersetzt.
Soziale und nachhaltige Festivalpraxis
Der Jakobshof hat Beispiele etablierter Festivals (u.a. Rock am Ring, Parookaville) ausgewertet, um technische, ökologische, ökonomische und soziale Indikatoren für nachhaltige Großveranstaltungen zu erfassen. Die Matrix umfasst Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Abfall- und Wassermanagement, Bildungsangebote, Inklusion und Barrierefreiheit sowie Zertifizierungen und Standards und dient als Referenzrahmen für die sozial und ökologisch verträgliche Ausgestaltung der Powerblade Stage. Gleichzeitig wurden interne Kategorien wie Infield-Gestaltung, Sicherheitszonen, Wellenbrecher, Backstage-Anforderungen und Skalierbarkeit auf 5.000–10.000 Personen in Beziehung zu diesen Nachhaltigkeitskriterien gesetzt.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Dissemination
Die Ergebnisse des ersten Meilensteins sind eng mit den Arbeitsgruppen zu Städtebau, Architektur, Energie und Kommunikation verzahnt und wurden in regelmäßigen Konsortialtreffen und über digitale Kollaborationsstrukturen abgestimmt. Mit den Ausstellungen „power*stage prolog #1“ im Ludwig Forum Aachen und „prolog #2“ im Glaskasten der Hochschule Darmstadt sowie der öffentlichen Zwischenpräsentation im Digital HUB Aachen wurden die erarbeiteten Konzepte frühzeitig in einen öffentlichen und fachlichen Diskurs über Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Festivalpraxis und kulturelle Infrastruktur eingebracht.
→ Milestone 1
OX2 Architekten – M1
✲ 05 Feb. 2025
Architektonische Konzeption, städtebauliche Analyse und wissenschaftliche Kommunikation der Powerblade Stage durch OX2 architekten.
Im Rahmen des ersten Meilensteins wurde durch die OX2 architekten GmbH eine umfassende interdisziplinäre Planungs- und Forschungsarbeit initiiert, die die architektonische und städtebauliche Grundlage für die power*stage als innovative, aus recycelten Rotorblättern konstruierte Freiraumbühne schafft. Ziel war es, ein nachhaltiges Bauwerk zu entwickeln, das durch seine architektonische Gestalt und konstruktive Umsetzung exemplarisch Konzepte der Kreislaufwirtschaft und der ressourcenschonenden Architektur vermittelt.
Zur Organisation des Forschungsprozesses etablierte OX2 ein hybrides Kooperationsmodell, das klassische lineare Planungsmethoden mit agilen Ansätzen (Scrum) kombiniert, um eine effiziente vernetzte Zusammenarbeit im Konsortium zu gewährleisten. Innerhalb dieses Rahmens entstanden sechs thematisch eigenverantwortliche Arbeitsgruppen, welche zentrale Forschungsfelder von der internen und externen Kommunikation über städtebauliche und soziale Nachhaltigkeit bis hin zu digitalen Forschungstools sowie Architektur, Konstruktion und Energie abdeckten.
Städtebaulich fokussierte die Forschung darauf, geeignete Standorte für die power*stage im Rheinischen Revier zu identifizieren und die Transformation postindustrieller Räume („Atopien“) im urbanen, suburbanen und ländlichen Kontext vor dem Hintergrund sozioökonomischer und ökologischer Rahmenbedingungen zu analysieren. Für die komplexe Standortbewertung wurden modernste digitale Methoden, einschließlich KI-gestützter Geo-Informationssysteme (GIS), eingesetzt. Dies ermöglichte eine datengestützte Modellierung urbaner Dynamiken und bot eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Implementierung der Bühne als aktiven Kulturort und Motor regionaler Strukturentwicklung.
Die architektonische Konzeption orientiert sich an drei wesentlichen Resonanzräumen: Funktion (Interaktion von Architektur und Ort), Nutzen (Interaktion von Architektur und Gesellschaft) sowie Mission (soziale und ökologische Zielsetzungen). Dieses integrative Rahmenwerk erlaubt es, die Powerblade Stage als multifunktionale Plattform zu entwickeln, die raumzeitliche Beziehungen schafft, soziale Interaktionen ermöglicht und ökologische Nachhaltigkeit exemplarisch verkörpert.
Parallel hierzu verantwortete OX2 die Konzeption, Produktion und Durchführung von bedeutenden Ausstellungen zur öffentlichen und fachlichen Vermittlung des Forschungsvorhabens. Mit den Ausstellungen „p*s prolog #1“ im Ludwig Forum Aachen und „p*s prolog #2“ auf dem Campus der Hochschule Darmstadt konnte das Projekt einem breit gefächerten Publikum zugänglich gemacht und in wissenschaftlichen Diskurs eingebunden werden. Begleitende Fachvorträge und Präsentationen auf einschlägigen Kongressen unterstreichen zudem die wissenschaftliche Relevanz der Arbeit.
Insgesamt bildet der Beitrag von OX2 eine fundierte wissenschaftliche und methodische Grundlage für die weitere architektonische Entwicklung der Powerblade Stage und demonstriert exemplarisch, wie nachhaltige Architektur, innovative Planungstechnologien und gesellschaftliche Transformation interdisziplinär verbunden werden können.