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Werkzeuge der Forschung – KI als Sparring-Partner für den zirkulären Entwurf


✲ 07 Mai 2026
Wie plant man eine Bühne aus Materialien, die nie für die Architektur vorgesehen waren? Das Forschungsprojekt power*stage geht neue Wege: Neben der klassischen analogen Projektarbeit integrieren wir modernste Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI), um die enorme geometrische Komplexität ausgedienter Rotorblätter handhabbar zu machen.

In unserer interdisziplinären Zusammenarbeit begreifen wir KI nicht als Ersatz für menschliche Kreativität, sondern als „Augmented Intelligence“ – ein digitales Werkzeug, das unsere Entwurfs- und Analysefähigkeiten gezielt erweitert und bereichert.

 

Von der Vision zur validierten LogikNach einer intensiven Sondierungsphase im ersten Projektjahr haben wir im Rahmen der Entwicklung ein maßgeschneidertes KI-Ökosystem etabliert. Ein zentrales Ergebnis unserer „Lessons Learned“: Während KI auf Textebene ein brillanter Analytiker ist, stößt sie bei der räumlichen Präzision komplexer 3D-Daten oft an systemische Grenzen. Diese Erkenntnis führte uns zu einer technologischen Neuausrichtung, die heute den Pioniercharakter der power*stage ausmacht.

 

Unser KI-Ecosystem: Drei Spezialisten für ein gemeinsames ZielWir haben drei spezialisierte KI-Assistenten entwickelt, die den gesamten Planungsprozess begleiten. Nach verschiedenen iterativen Phasen nutzen wir heute synergetisch die Vorteile von ChatGPT und Google Gemini. Je nach Zielsetzung greifen wir auf das Modell zurück, welches für die spezifische Aufgabe die höchste Präzision bietet:

 

  • power*design – Der morphologische Katalysator: Dieser Bot unterstützt uns bei der architektonischen Neuinterpretation der Rotorblätter. Während er als Sparring-Partner für den kreativen Designprozess dient, ermöglicht der Einsatz von Gemini einen technologischen Durchbruch: Die komplexe Geometrie der Blätter bleibt erstmals digital erhalten – die essenzielle Grundlage für realistische und konstruktiv verwertbare Entwürfe.

     

  • power*construction – Das technische Korrektiv: Als Experte für die materialtechnischen Spezifika von GFK und baurechtliche Anforderungen (VStättVO) prüft dieser Assistent unsere konstruktiven Ansätze kritisch gegen bestehende Normen. Er unterstützt uns dabei, innovative Fügetechniken sicher und regelkonform zu planen.
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  • power*text – Die Instanz für den Wissenstransfer: Um unsere Forschungsergebnisse präzise zu dokumentieren, sichert dieser Bot eine konsistente Fachterminologie. Er verknüpft technische Details mit dem Narrativ der Kreislaufwirtschaft und garantiert die wissenschaftliche Qualität unserer Publikationen.
Digitales Gedächtnis und kritische InstanzAlle Bots operieren auf Basis der Projektgrundlagen sowie der bereits erarbeiteten Wissensstände. Dieses „digitale Gedächtnis“ ermöglicht es den KI-Assistenten, unsere Arbeitsschritte kritisch zu hinterfragen, auf Abweichungen im Projektverlauf hinzuweisen und die Konsistenz der Forschungsergebnisse über alle Phasen hinweg zu wahren.

 

 

Ein Blick in die ZukunftUnsere Forschung zeigt deutlich: Die Integration von KI in den Bauprozess ist kein Selbstläufer. Während die Unterstützung auf Textebene bereits fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit ist, perfektionieren wir im weiteren Verlauf die visuelle und geometrische Tiefe. Wir erörtern kontinuierlich, wie digitale Werkzeuge den analogen Planungsprozess sinnvoll ergänzen können, um Synergien zu schaffen, statt neue Hürden aufzubauen.

 

Thomas Obmann, M.Eng. Architektur, Hochschule Darmstadt

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